„Damit steht der Generalstreik im Raum“ 

„Einem Persil-Schein für den Zwölf-Stunden-Tag werden wir uns nie und nimmer beugen!

Der Generalstreik scheint eine Unmöglichkeit in unserem Land, aber das wird sich als Irrtum herausstellen!!!

In der Türkis-Blauen Wundertüte, wenn man den 12-Stunden-Tag daraus hervorholen will, ist nämlich zufällig ein hungriges, wütendes rotgrünes Krokodil drunter versteckt. Kasperl Kurz und Pezi Strache sollen sich hüten davor!“

Stellungnahme zum Zwölfstundentag von Martin Gstöttner, Stv. Bundessprecher und Landessprecher der AUGE/UG Oberösterreich, Vorstandsmitglied der Arbeiterkammer OÖ, Vorstandsmitglied der Grünen OÖ, Stv. Betriebsratsvorsitzender bei Plasser und Theurer

„Türkis-Blau will nicht den Wirtschaftsstandort an die Spitze führen, sondern sie treibt die Bereicherung der Reichen weiter und weiter voran.

Die Gewinne sind hoch wie nie, aber den Unternehmen werden immer mehr Vergünstigungen in den Rachen geworfen. Und alles zum Nachteil der Beschäftigten! 

Was unter dem Schlagwort „Entbürokratisierung des Arbeitnehmerschutzes“ zu erwarten ist, zeigt uns schon jetzt ungeschminkt seine Fratze:

12 Stunden täglich zu arbeiten, 60 Stunden pro Woche, wann immer es dem Unternehmen gefällt, das ist eine unfassbare Frechheit und ein Rückfall in die sozialpolitische Steinzeit. Das ist ein Drüberfahren über die Menschen, über ihre Gesundheit, über ihr Familienleben, über jegliche Lebensqualität!

Wie sollen die Menschen das aushalten?

Die Arbeitsmedizin predigt seit Jahrzehnten und belegt es auch wieder ganz aktuell, dass bereits nach sechs Stunden Arbeit die Gesundheitsbelastung und der Erholungsbedarf überproportional steigt – und es nimmt auch die Fehlerhäufigkeit und die Unfallgefahr deutlich zu. Weitblickende Unternehmen sehen das ein … aber der Weitblick reicht bei Türkisblau nur bis zum Spiegel, in den man grinst!

Wie sollen die Menschen mit dieser Arbeitszeitwillkür verantwortungsvoll ihren Alltag organisieren?

Kinderbetreuung, Versorgungspflichten, pflegebedürftige Angehörige – Pech gehabt, der Wirtschaft ist das egal! 12 Stunden Arbeit, da bleiben immer noch 12 Stunden für den Rest, oder eigentlich nicht: Denn den Weg von und zur Arbeit gibt es ja auch – das AMS möchte uns ohnedies lediglich 2 oder doch lieber 3 Stunden Wegzeit pro Tag aufbürden. Die Kinder werden sich künftig auf ihre Eltern so freuen wie jetzt nur aufs Christkind, den Nikolaus und den Osterhasen.

Mit welchen Tricks der konkrete Gesetzestext auch weichgespült werden mag – einem Persil-Schein für den Zwölf-Stunden-Tag werden wir uns nie und nimmer beugen! Der Generalstreik scheint eine Unmöglichkeit in unserem Land, das wird sich aber als Irrtum herausstellen!!!

In der Türkis-Blauen Wundertüte, wenn man den 12-Stunden-Tag daraus hervorholen will, ist nämlich zufällig ein hungriges, wütendes rotgrünes Krokodil drunter versteckt. Kasperl Kurz und Pezi Strache sollen sich hüten davor!

Die Soziale Heimatpartei des kleinen Mannes wird vermutlich behaupten, dass sie ja eine alte Forderung der Arbeiter*innen-Bewegung erfüllt. Alt stimmt, allerdings sehr alt. Das war nämlich 1885 und damals wurde jedoch der Elfstundentag eingeführt – und das war eine Errungenschaft, weil es eine Verkürzung der Arbeitszeit und keine Verlängerung war.“

Datum: 07.12.2017
Kategorie: Newsroom
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